2010
IMDB 7.0 von 10
Christopher Nolan hat wieder einmal einen Film gedreht. 148 Minuten lang ist er geworden und bei IMDB rangiert er als drittbester Streifen aller Zeiten. Die Kritiken sind hymnisch. Von einem intelligenten Actionthriller ist dort zu lesen, einem Anti-Michael-Bay für den intelligenten Kinogänger. Die Handlung ist schnell erzählt. Leonardo DiCaprio spielt Cobb, einem Dieb der besondern Art. Cobb dringt in fremde Gehirne ein und stiehlt dort Informationen. Als Medium dienen ihm die Träume der Bestohlenen. Diese bilden gleichsam eine zweite Realität, in welche Cobb eindringen und agieren kann. Dummerweise können in diesen Realitäten Pannen geschehen, die grösste Gefahr für den Eindringling besteht darin, die echte mit der falschen Realität am Ende verwechseln zu können. Durch eine dieser Pannen verlor Cobb seine Frau, ein Umstand, der ihn nicht nur psychisch, sondern auch ganz physisch in Form gegen ihn ermittelnder Polizeibeamten verfolgt. Ein besonders heikler Auftrag versprich ihm sich zumindest des letzteren Problems zu entledigen. Cobb soll sich in die Traumwelt eines Industriellensohns einschleichen und dort den Gedanken einpflanzen, sein ererbtes Imperium aufzuspalten, um einem Konkurrenten wirtschaftliche Vorteile zu ermöglichen. Dazu baut er ein kompliziertes Konstrukt eines dreifach verschachtelten Traumes auf, um den Gedanken für den Träumenden Industriellen möglichst genuin erscheinen zu lassen. Zu seiner Seite steht ein Team aus Spezialisten, welche ihn bei seiner gefährlichen Mission unterstützen.
IMDB 7.0 von 10
Eines vorneweg: Inception ist ein grauenhafter Film. Und eines hinterher: Inception könnte man, pessimistisch gesagt, als sehr modernen Film bezeichnen. Weitaus moderner jedenfalls als es z.B. Avatar, der andere grosse Blockbuster dieses Jahres, sein kann.
Zunächst einmal ist Inception ein schlechter Actionfilm. Wie schon in den beiden Batmanfilmen beweist Nolan einmal mehr, dass die Inszenierung von Actionsequenzen leider nicht seine Stärke ist. Geschwindigkeit wird durch schnelle Schnitte vorgegaukelt, Gewackel soll Dynamik erzeugen, dass ständige und völlig unnötige Springen zwischen den drei Traumebenen soll zusätzliche Spannung erzeugen. Über die Dauer des Filmes wirkt das zunehmend ermüdend. Zumal - anders als im klassischen Actionfilm, und sei er noch so schlecht - keinerlei Versuch unternommen wird, eine gewisse Identifikation mit der Titelrolle herzustellen. Cobb bleibt völlig blass, mit wenigen Dialogzeilen, und wenn er dann doch mal was sagen darf, beschränkt er sich auf pseudowissenschaftliches Blabla. Das ist nicht intellektuell, das ist leider nicht einmal cool. Die eigentliche Handlung ist kaum der Rede wert. Ein bisschen James Bond, besonders augenfällig auf der dritten Traumebene, in welcher die Helden eine Festung in den verschneiten Bergen erstürmen müssen, ein bisschen Ocean's Eleven.
Aber belassen wir es dabei. Ich werde nicht warm mit diesem Film werden.