Lancelot du Lac

14:10


1974

Ein ungewöhnlicher Film. Zunächst denkt man ja, die Geschichte sei doch recht abgelutscht, die Charaktere bekannt, die Handlung ohnehin und sogar die Verfilmungen zum Stoff sind Legion. Die fast ausschliessliche Beschränkung auf die Beziehung Lancelot - Guinivere eröffnet dann aber dann doch eine neue radikale Dimension des Stoffes. Der Gral wird nur am Rande gestreift, ebenso wie die Verräter innerhalb der durch dei Gralssuche dezimierten Tafelrunde. So bleibt als Kern die Frage nach der unbedingten Liebe. Das könnte leicht in Kitsch ausarten, wenn diese Frage nicht mit einer anderen verknüpft würde, eine, welche den ganzen Abgrund der folgenden Ereignisse eröffnen wird, nämlich diejenige nach dem Preis, um welche diese unbedingte Liebe aufgegeben werden kann. Und in geradezu zynische Weise beobachtet der Film den rapiden Verfall diese Preises.

Die Kamera scheint bei dem Geschehen eigentlich nie genug nahe dem bewegten, rastlosen Körper zu kommen. Ich glaube, bis kurz vor Schluss des Filmes gibt es keine einzige Totale, auch die Halbtotalen sind äusserst spärlich gesät. Und ruht dann wenigstens zumeist der Fokus auf den Gesichtern der Akteure, scheint sich die Kamera in diesem Film mehr um Beine, Füsse, Gelenke, Bewegungen zu kümmern. Bisweilen erscheint dies ein wenig forciert und kann bisweilen ein wenig ins Schematische abdriften, etwa in der Introduktion, in der Bilderbuchartig die grausamen Taten des Lancelot vorgeführt werden, oder in der obligatorischen Turnierszene, in der Lancelot als "Schwarzer Ritter" auftritt. In letzterer wird diese Sparsamkeit, vielleicht auch ein Zwang des Budgets, unfreiwillig komisch, wenn sich Arthur und Gawain gegenseitig ein verzücktes "Lancelot" zuraunen. Stark ist der ganze Schluss, in dem sich Guinevere von Lancelot lossagt und sich wieder in die Obhuts Arturs ergibt und die letze Schlacht im Wald. Tolles Schlussbild.


IMDB
7.0 von 10

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