Pickpocket

23:06

1958
IMDB 9.0 von 10

Pickpocket ist nun also mein vierter Bresson Film nach Un Femme Douce (1969), Lancelot Du Lac (1974) und Un condamné à mort (1956). Lancelot sticht in dieser Reihe ein wenig heraus, die übrigen drei lassen sich in gewisser Weise als Radikalisierung eines Konzeptes, einer filmischen Methode verstehen. Die Reduktion des Theatralischen, im beigefügten Interview sehr schön als "Anti-Expression" bezeichnet, steigert sich in diesen drei Filmen in "un Femme Douce" zu einem Höhepunkt, zumal die Spannung zwischen der eigentlichen Tragik der Figuren und ihrer nach aussen forciert dargestellten Teilnahmslosigkeit am stärksten zu werden scheint. Pickpocket könnte man also als einen Entwicklungsschritt sehen. Bresson verfeinert die Virtuosität seiner Einstellungen, ja feiert die handwerkliche Schönheit in ihrer Formvollendetheit. Die beste Szene dürfte in dieser Hinsicht sicher jene im Zug sein, in der aus dem wiederholten Taschendiebstahl eine höchst ästhetisches Tanzen greifender und bewegter Hände wird.

Pickpocket bedeutet gegenüber Un condamné à mort auch inhaltlich einen Fortschritt, der in Un Femme Douce auf die Spitze getrieben wird. Die klare Rollenverteilung und stringente Logik des ersten Filmes wird zu Gunsten eher unsteter Gestalten aufgegeben, deren Motivation unklar, zumindestens aber zweideutig bleibt.

Die wunderbare Marika Green ist übrigens die Tante von Eva Green (The Dreamers, Casino Royale). Die Filmwelt ist eben doch klein.


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