Soul Kitchen
02:192009
Fatih Akins neuester Film ist zugleich seine erste Komödie. Ort der Handlung ist Hamburg, genauer das Restaurant Soul Kitchen, dessen sprechender Name sowohl das kulinarische Programm als auch den Soundtrack des Filmes vorgibt. Zinos Kazantsakis (Adam Bousdoukos) ist zugleich Käufer, Manager und Koch in der liebevoll heruntergekommenen Bruchbude. Seine Beziehung mit Nadine (Pheline Roggan) wird auf eine harte Probe gestellt, als die Angebete ein Angebot aus Shanghai erhält und Zino unter Druck setzt, ihr nachzukommen. Zinos Bruder Ilias (Moritz Bleibtreu), ein eingebuchteter Einbrecher auf Freigang, erweist sich als keine wirkliche Hilfe, ist er doch vielmehr an Zinos Kellnerin Lucia (Anna Bederke) als an einer Mitarbeit im Restaurant interessiert. Die Dinge verkomplizieren sich zusehends, als Zino zur gleichen Zeit von der Steuerbehörde, der Lebensmittelaufsicht und einem zwielichtigen Inverstor bedrängt wird. Zu allem Überfluss ereilt den Helden auch noch ein Bandscheibenvorfall, just als er nach Shanghai endlich aufbrechen will.
Es ist eine alte Weisheit, dass es hundertmal schwieriger ist, eine gute Komödie zu machen als eine gute Tragödie. Vergleicht man vor diesem Hintergrund "Gegen die Wand" und "Soul Kitchen" wird dies leider nur zu deutlich. Fatih Akin ist ein solider Film gelungen, der durchaus einige Lacher für sich verbuchen kann. Dabei helfen ihm ein guter Cast und eine fröhlich aufspielende Mannschaft. Auch wenn Akin versucht, mit der Musik den Film zusammenzuhalten, gelingt ihm das leider nur teilweise und um Meilen schlechter als sein, in dieser Hinsicht offensichtliches Vorbild, Quentin Tarantino. Und wenn dann der Musikteppich für eine Weile weicht entdeckt man dann eben leider auch zu viele Kalauer in dem Film, einige davon zudem alt und filmisch nun wirklich allzu abgedroschen. Schon Zino Hüftprobleme sind mässig unterhaltsam, als er sich dann aber einer Massage (natürlich bei einer attraktiven Frau) unterzieht und dabei eine - man möchte schon sagen: obligatorische - Erektion bekommt, möchte man Akin dann doch freundschaftlich zur Seite nehmen und sagen, dass es so billig dann doch nicht hätte sein brauchen. Leider besitzt der Film einige derartige Szenen und verankert sich somit selbst auf ungute Weise in der deutschen Komödiengeschichte, die an cineastischen Totalausfällen sicher nicht arm ist. Akin rettet seinen Film durch seine schrulligen Nebencharaktere und seiner Verankerung in einer Szene mit Migrationshintergrund. Man würde sich wünschen, dass neben den Personen auch der Humor von diesem Umstand profitieren könnte.
IMDB
6.0 von 10
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