X - Men: First Class

11:35

First Class ist als Prequel zu den bisherigen Filmen der X-Men Reihe angelegt. Entlang der Jugendjahre der beiden späteren Gegenspieler Professor X und Magneto wird versucht, die Hintergründe einiger Menschen aufzuzeigen, die durch genetische Mutationen besondere Fähigkeiten erlangt haben. Und wie jeder Fortschritt können diese entweder zum Guten oder zum Bösen verwendet werden…

Von einem Film wie X-Men First Class erwarte ich grundsätzlich gar nichts, ausser dass ich gut unterhalten werden. Leider wurde ich in diesem Streifen nur sehr mässig gut unterhalten. Natürlich gibt es irgendwie einen Spannungsbogen, natürlich gibt es krachende Actionszenen und natürlich muss irgendwie irgendwo die Welt gerettet werden. Drunter machen wir es ja nicht. Trotzdem geht einem das Ganze auf seltsamerweise überhaupt gar nichts an. Das mag daran liegen, dass ein Film als Teil eines Franchisen nur im Kosmos des Franchisen funktionieren kann. Ist man nicht Teil dieses Kosmos, erscheinen einem die meisten Wendungen sinnlos, vieles hoffnungslos konstruiert. Viel Hintergrundwissen wird voraus gesetzt – allein es ist völlig uninteressantes Hintergrundwissen, mit dem Nerds vielleicht prahlen, die auch sämtliche Modelle des Raumschiffes Enterprise mit Länge und Spannweite rückwärts herbeten könnten. Interessant ist an der Sache ja eigentlich nur, dass einige der heutigen Franchisewelten Dimensionen angenommen haben, welche an Umfang gewissen Teilbereichen der klassischen Bildung nicht fern stehen. Gab es früher in Kulturprodukten Anspielungen auf, sagen wir, Elektra oder Ödipus so sind es innerhalb der Star-Wars–, X-Men– oder Herr-der-Ringe-Welt Anspielungen von teilweise ähnlicher Komplexität mit dem einzigen Nachteil, dass sie auf nichts anderes als sich selbst und damit wieder auf den eigenen hermetischen Kosmos zeigen. Weiss ich nicht um gewisse Figuren und Mechanismen der Fantasywelt, bin ich verloren oder gezwungen Insidern dabei zu zu schauen, wie sie beim Enträtseln der für sie gedachten Codierung in Verzückung geraten. Das wirkt als Aussenstehender sehr schnell langweilig. Einmal in der Welt gefangen, scheint es dies seltsamerweise nicht zu sein. Aber vielleicht ist dies ja nur der gleiche Effekt, wie ihn der Pizzabote Fry in "Futurama" dem Fernsehen zuschreibt: "Das Fernsehen ist nicht innovativ. Wir wollen in ihm eigentlich immer nur die gleiche Geschichte sehen. Immer das erleben, was wir schon kennen." Das schafft Vertrautheit. Und lässt die Kasse in Hollywood klingeln.



X-Men: First Class | Matthew Vaughn, 2011 | Wertung: 8 von 10 |

You Might Also Like

0 Kommentare

Popular Posts

Like us on Facebook

Flickr Images